TEXTE

  • woodstock [some say]

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    curiosity kills the cat & hoffnung sei das ding with feathersich meine: melancholy kills as well & dass hope can be found im schwersten gedicht ja ich hab’s  nicht so mit unvergleichlichen flügeln hab genug von öder federpoesie [von spread your wings & friedens-täubchen & von der krähe die herhält für tod für magie] mensch ich versteh’s ja ich seh’s ja aber immer nur vögelselbst die auf dem drahtseil sind doch längst dechiffriert [& by the way: wiederholt die gleichen vögeln angeblich furchtbar etabliert] aber wenn vogel wirklichsein muss dann so‘n kleiner gelber dessen name stark nach peace freedom happiness klingt denn mit dem könnt selbst ich wohl…


  • poem zum einschlafen

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    Gegen Abend hin ist es bitter nötig, auf großen Bildschirmen Oktopusse – oder noch größer denken: Wale – an sich vorbeifliegen zu sehen, um wieder auf die Fliesen der Realität zu tauchen. In meinen Augen spiegelt sich das Blau, während meine Gedanken zäher, sinnfreier werden. Es gibt so tolle Pflanzen und so tolle Tiere, und die Welt ist ganz groß und das will ich erforschen und da will ich mal hin, denke ich dann noch, bevor ich in mein Unterbewusstsein hinabsteige, in dem es nach den Blauschwaden und dem Bildschirmbaden ruhig ist. Manchmal klappe ich den Laptop nicht zu und…


  • Trostlose Kunst

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    Gerade in dem Moment, als die Sehnsucht meine unsterbliche Seele vollständig zu verschlingen drohte, fasste ich den Entschluss, dich   wiederzusehen.   Du bist grau geworden, doch trägst du die Zeichen des Alterns mit Würde und unvergleichlicher Anmut. Hinter deiner bröckelnden Fassade aus überschminkten Rissen und Narben verbirgt sich ein zaghaftes Lächeln und der sinnliche Schwung deiner Silhouette raubt mir den Schlaf. Du bist so schön, wenn der Mond scheint.  Vorsichtig öffnen meine Finger den Reißverschluss und streicheln sanft über die kühle Oberfläche der Farbdosen. Wie eine Spinne ziehe ich mit routinierter Handbewegung filigrane Fäden aus Überdruck zerstäubten Pigmenten über die schmutzigen Wände. Die ganze Stadt kennt meinen Namen, aber niemand weiß, wer ich bin.   Ich schreibe Worte auf Beton.


  • Boutique

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    Ich war in der Altstadtdort gab es eine Boutiquemit kalten Steinen im Schaufenstersie glänzten im Licht vom Schliffder Menschenhanddas Glas auchund darunter die Tücherdarunter das Holz als ich hineingingfand ich unter dem Brettein ertappt wimmelndes Knäuel Madenes fiel auf den Bodenund frass dort ein Lochähnlich einer Bombeoder einem Feuer da sagte die Frau hinter der Theke,nicht berühren, nur anschauenund meintenicht anschauen, nur reinkommen,denn in ihrem Laden war selten Kundschaftnur die Madenmanchmal schmatzten sie wie ein echter Menschim Schlaf, vielleicht später, nachdem die Frau den Laden schließen musste,sah man sie oft spazieren mit Hunden im Parkalles war in Bewegungunter dem Fellund…


  • Schmerzen treten erst bei Belastung auf

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    Die Erinnerungen überlagern sich wie Zuggesichter. Stapeln sich ebenenweise übereinander, sodass man jede noch erkennt – manche geisterhaft durchscheinend – aber unmöglich sagen kann, welche von ihnen echt ist und welche nur eine Spiegelung aus dem Inneren.  Heute wärst du dreißig geworden. Zwei, drei Mal habe ich nachgerechnet, weil ich sicher war, ich müsste mich vertan haben. Ich kann mich an keinen deiner Geburtstage erinnern, zumindest an die vorher nicht. Wenn man sich nicht erinnern kann, ist es ein bisschen so, als wäre es nie passiert. Als wärst du vorher nicht gealtert. Wo man doch normalerweise erst hinterher nicht mehr…


  • snus

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    snusich drehe die dose aufkanelbullarrieche an meinen fingerngib mir einen sameni can talk tobout lkab and reindeerbout sorrow and griefeinsam einsamen besamen insta und fikadrücke spreize die lippen speichel fließt absaugensnus baby snusfuß gelähmt zehen wippensnus baby snus reiße meine unterlippenach unten verbraunung nach oben wurzeln offenbartfreigelegt kahl alpinaweissrieche an meinen scheißfingernkanelbullarringel mein herz boxtgescheitelte haare nach rechts blondie macht wau wenn in rinkeby der nächste schuss fällt allt åt allaspucke drehe die dose aufüberall hinsnus baby snusund lucia kommt nur einmal im jahrbis dahin refill refillgib mir mehrmehr dunkelheit in beige snus beige baby snus


  • Die Umarmung des Mondes

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    Der Mond liegt blass auf den Wassern des Cháng Jiāng, als Lǐ Bái sich samt Schatten an sein Ufer setzt – zwischen Päonien, deren Blüten sich weigern, in der Nacht zu ermatten. In seinem Korb aus Weidenruten klackert und plätschert es, als der alte Dichter ihn absetzt. Er breitet im Gras seine Habe aus: Gefäße verschiedenster Größe aus Keramik und Kürbis, vereinzelt aus Glas. Eine Schriftrolle. Ein Etui mit Pinsel. Eine kleine Statuette von Wénchāng Wáng und eine Trinkschale. Das vertäute Fischerboot, das sachte auf dem Wasser schaukelt, wird sich noch etwas gedulden müssen.  Erst entkorkt Lǐ Bái die Kürbisflasche, gießt…


  • Windwurf

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    ein funke sprang ins einjährige holz & der wind dann, der wind.man sagt: diese landschaft hat die göttin aus bettlaken genäht.man lässt sich in frieden; sie belohnt reich.jedes wort reisst der wind aus dem mund. sieh, hier verläuft die naht. hinter dieser düne er-strahlt ein see in vielkostendem blau, da kannst du dirdie asche von den füssen waschen.während sie nähte, träumte die göttin, die hände taten das übrige,die hände & der wind. hat der wind nicht deine wäsche gestohlen?er schlägt die seiten einer zerlesenen bibel um,eingeschlagen in grünes glitzerpapier.die göttin näht weiter, murmelnd im traum. aber schön bist du, mein sohn,…


  • Beim Gebärden reden und schreien, weil wir so aufgeregt sind (CODA-Stories)

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    Ist das fair?, denkt der Krätzekopf. Mutter versteht es nicht, und wieder muss ich ihr erklären, was da steht. Es ist nicht zum Aushalten, denn sein Hosenbund steht noch immer offen. Ja, so hälts nicht an der Hüfte, nein, nein, den Kaffee hälts nicht in der Speiseröhre nicht. Er besitzt keine Armbanduhr, ein Display zu kaufen erübrigt sich; und überhaupt trägt er die strengste Uhr eng an seinem Körper, sie perforiert seine Haut, braucht für das Subkutane keine Submarine, da die Uhr tief in ihm drin steckt; und die heutige Mode-Psychologie sagt ihm reflexhaft – obwohl es sich hier um…


  • Warum ziehen wir so schwere Kreise?

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    Anbeginn: als obWir tun soeinfühlsam, gleichgültig, trotzigstreicheln sternlose Gesänge an Glasdächern entlangdas Feld mit dunkelblauem Leinen bespanntdazwischen unangetastetes Porzellan. Schleif Mich hinter Dir her in der Zeit.Meine Kleidung hinterlässtRücken auf Marmornur fort von unter dem Betthinterbleiben Träume, Rufeals Du strauchelst, krampft die Weltsteht stundenlos still.Wattiert, Du bettest Mich auf Deiner Fensterbank, in weichen Kakteen, Federn auf dicker Lederhaut, Terrakotta-Soldaten. Steinwellen schlagen aus, zentrisch. Dein Gesicht wurde vor langer Zeit perfekt in Meine Hände gepasst, damals Du branntest. Jahrhunderte seit Wir kipptennachdem Wir begonnen hatten, schwere Kreise in Lehm zu laufen, Meine Räder drehen langsam durch Tonscherben, stumpfsinnig am Horizont schmiegt sich Nacht tröstlich an…