Gegen Abend hin ist es bitter nötig, auf großen Bildschirmen Oktopusse – oder noch größer denken: Wale – an sich vorbeifliegen zu sehen, um wieder auf die Fliesen der Realität zu tauchen. In meinen Augen spiegelt sich das Blau, während meine Gedanken zäher, sinnfreier werden. Es gibt so tolle Pflanzen und so tolle Tiere, und die Welt ist ganz groß und das will ich erforschen und da will ich mal hin, denke ich dann noch, bevor ich in mein Unterbewusstsein hinabsteige, in dem es nach den Blauschwaden und dem Bildschirmbaden ruhig ist. Manchmal klappe ich den Laptop nicht zu und ich habe das Gefühl, dass die Geräuschkulisse meinen Schlaf unangenehm verändert. Dauerbeschallung legt Gedanken lahm und unterbindet Stille, die es braucht, um … na ja. Ich wünschte, mir wüchsen Saugnäpfe und Tentakel, und ich könne im Dunkeln leuchten. Ich bin eine Naturgewalt und sinke jetzt in meinen unbedingten Schönheitsschlaf. Da unten, im Meer meines Hirns, an das kein Licht mehr kommt, da schwimmen des Nachts an den Außenwänden des Greifbaren Fische in Schwärmen vorbei und Seeanemonen ziehen sich auf und zusammen. Es ist spät, es ist so weit.
Geräusche wie unter der Oberfläche des Wassers, gedämpft, dennoch intensiv, unnatürlich klar, es wird blau. Die Haare, als gäbe es keine Schwerkraft überall, schwebend und niemals schnappe ich nach Luft. Kiemen habe ich und sie ziehen sich auf und zusammen, ich schwebe, hinab, in die Tiefsee meines Gehirns.