Autor:in: Johanna Peimpolt

  • Kontrastfarbe

    Rot, 
    scheint rostig, rosig und rosé, macht Mädchen zu Frauen, die Schreie ertauben,
    ein Flüstern,  
    das lüsterne Ohren verschließt. Rot,  
    wie Lippen zum Küssen, 
    man(n) lässt sich verzücken, Gerippe aus Wut – es glüht, brennt dich aus. 
    Rote Sehnen, 
    zurren, verzerren. 
    Dein Körper Gewebe, 
    lebendige Beute, 
    beständig vertraut. 
    Beschwör eine Sünde,  
    doch Gott hast du längst 
    zu Grabe getragen. 
    Systemische Blutflecken, 
    bedeck sie mit Scham 
    und schweig. 
    Worthülsen,  
    weil uns allen die Sprache versagt,  weil Mutter wie Tochter 
    die Wahrheit beklagt.