Autor:in: Felix Wender

  • ANTIMITÄT (eine Anleitung)  

    entkernt wie ein verwandter
    saß
    mein körper auf vier beinen steifer
    als die sahne, die ich schlug.
    dies ist mein notizbuch
    dies ist mein rohstoff
    dies ist ein versuch
    flüchtig, wie besuch.
    derweil die gedanken bei den lampen
    einer fremden decke;
    sie schwangen noch,
    dass es flockte.
    dies ist mein stuhl
    dies mein gerät
    hier die bedienung
    im beutel aus nylon.

    kombinationen 
    aus verlorensein und sich verlieren
    kontaminieren sich,
    also lasse ich meinen kopf,
    um mich nicht zu ruminieren,
    ein paar schritte tun
    und falle um.
    tut es weh?

    da sitze ich
    auf fliesen hinter der zeit,
    um gefühl in plastiktüten zu sortieren,
    die wut tranchiert
    hoffnung vergoren
    wärme konserviert
    der hass in dosen
    abgepackt
    für schlechte zeiten.
    und jetzt
    nie wieder träumen
    oder weinen
    oder wollen
    erwachsen
    und vielleicht noch
    das denken vergessen
    im bett liegen
    stürmen lassen
    strom kommt zurück
    alles wird anders
    aber anders wird nichts
    neige dich im strom
    kippe in den sturm
    reiße entzwei
    dann: rasten
    müder schädel
    bald wird es dir besser gehen.
    reste kleiner
    loser gedanken
    harren blass, werden nasser
    wenn’s im kopf sich staut.
    rast, jetzt
    müder schädel,
    bald wird es dir besser gehen.
    nester deiner
    vielen gedanken
    liegen brach, werden lichter,
    wenn der wind sich traut.
    rast, jetzt
    müder schädel,
    bald wird es dir besser gehen.